Das Nationale Museum für die Geschichte Bulgariens ist das vermutlich bekannteste und beliebteste Museum des Landes.

Das Geschichtsmusem ist nicht nur aufgrund der gezeigten Ausstellung, sondern auch durch die Geschichte des Museumsgebäudes einen Besuch wert. Leider befindet es sich etwas außerhalb und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zu erreichen. Per Taxi sollte man es aus dem Zentrum aber in 20 Minuten schaffen.

Hier der offizielle Internetauftritt des Museums

Das Museum ist unter folgender Adresse zu erreichen:

1618 Sofia, 16 Vitoshko lale str. – Telefonisch erreichbar unter +359 2 955 42 80

Achtung – Montags ist das Geschichtsmuseum geschlossen!

Über das beliebteste Museum in Bulgarien

Nicht weit von der Bojana Kirche, in der Nähe von Sofia befindet sich das Nationale Historische Museum. Man fährt vom NDK den Bulgaria Bouleward geradeaus Richtung Außenviertel Bojana. Am Stadtrand ist eine Abbiegung nach rechts und kurz danach ist das Museum zu sehen. Wenn man weiterfährt, muss man die nächste Straße nach links biegen, um die Bojana Kirche zu erreichen.

Das Nationale Historische Museum in Sofia ist eines der größten Museen auf der Balkanhalbinsel. Sein Hauptziel ist die Geschichte der bulgarischen Gebiete seit prähistorischer Zeit bis zu heutigen Tagen darzustellen.

Es wurde 1973 gegründet und beherbergt in seiner Sammlung über 650 000 Stücke. Anfangs befand sich die Ausstellung im Justizpalast von Sofia im Stadtzentrum. Nach der Wende, im Jahre 1990 wurde das Museum in die ehemalige Residenz des sozialistischen Präsidenten Todor Shiwkow nach Bojana verlegt. Das Gebäude befindet sich inmitten einer Parkanlage und hat eine Ausstellungsfläche von 6 000 m2.

Eine breite Treppe führt in die beiden Ausstellungsetagen. Die Säle haben eine sehr große Raumhöhe. Die Decke in dem Raum, wo Treffen und Konferenzen stattfanden, ist mit einer Holzschnitzerei verziert, die die Form einer Sonne hat.

Die Ausstellungen in den Sälen geben Information über die Urgeschichte seit 7 000 v. Chr., das antike Thrakien, das bulgarische Mittelalter, die Wiedergeburt, bis zum Ende des 2. Weltkriegs. Und das mit Hilfe von Fotos, Ruinenresten, Werkzeugen, Schmuckstücken, Kleidung, Waffen und Dinge aus dem Alltag. Mit Hilfe der Archäologie erfährt man vieles über die Geschichte, Ethnografie und Kunst.

Die Sammlung der archäologischen Fundstücke aus dem Paläolithikum – beginnend 7000 v. Chr. – bis zum Mittelalter zeigt einen umfassenden Überblick über die bulgarische Geschichte und Kultur. Besonders bemerkenswert ist der thrakische Schatz aus dem 4.-3. Jahrhundert v. Chr. von Panagjurischte mit Trinkgefäßen und zierlichen Stücken aus purem Gold. Ihre Schönheit ist atemberaubend. Die Trinkgefäße werden Rhyton (Horn) genannt. Sie waren bei den Thrakern, aber auch bei den Griechen und Römern populär. Das Riton diente zum Weintrinken an Festen und Kultusfeiern. Normalerweise wurde es aus Lehm oder Metall ausgefertigt und meist mit Zeichnungen versehen. Oft endet es mit dem Kopf eines Tieres, einer Göttin oder eines Gottes. In dieser Sammlung ist auch eine ganz kleine Kutsche, die die griechische Siegesgöttin Nike zu fahren hat.

Weiter erfährt man noch über die Entstehung des Kyrillischen Alphabets um die Mitte des 10. Jahrhunderts, Verbreitung und Bedeutung. Die Buchstaben sind auf Steinblöcken zu sehen. Die Rolle dieses Alphabets für die selbstständige Entwicklung des slawischen Schriftentums ist heutzutage noch zu spüren. Heute werden Russisch, Ukrainisch, Weißrussisch, Bulgarisch, Serbisch, Mazedonisch und das moderne Kirchenslawisch sowie zahlreiche weitere Sprachen in Osteuropa, Sibirien, dem nördlichen Kaukasus und Zentralasien mit kyrillischen Zeichen geschrieben.

Hier ist auch die berühmte Aufschrift von dem Khan Omurtag (bulgarischer Herrscher, regiert 814-831) auf einem Steinblock zu sehen: „Der Mensch stirbt, auch wenn er gut gelebt hat. Möge sich der Nächstgeborene an seine Taten erinnern.“ Hier lernt man auch den Zaren Boris I. (regierte 852-889), der das Heidentum verdrängte und das Christentum in Bulgarien einführte und damit zur Christianisierung der Bulgaren beitrug. Weiter leistete er den Schülern von den Slawenmissionären Kyrill und Method Hilfe, so dass das Altbulgarische als Liturgiesprache in die bulgarische Kirche eingeführt wurde.

Es fehlt auch nicht an Fresken bzw. Bilder von Fresken aus bulgarischen Kirchen und Klostern. Die Geschichte und Kulturgeschichte Bulgariens ist ausreichend dargestellt worden.

Der organisierte Rundgang in deutscher Sprache dauert ca. 1 Stunde.