Sofia hat eine lange Geschichte. Die bulgarische Hauptstadt ist über 7000 Jahre alt. Die alte thrakische Siedlung „Serdika“ entstand im 8. Jahrhundert v. Chr. Den Namen erhielt sie von dem thrakischen Stamm „Serdi“ Grund zum Ansiedeln sollten die warmen Mineralquellen gewesen sein, an denen das Gebiet reich ist. Heute noch kann man im Stadtzentrum warmes Mineralwasser trinken, das heilende Wirkung hat.

Während des römischen Kaiserreichs wurden Türme, Mauer, administrative und religiöse Gebäude errichtet. Aus der römischen Zeit sind viele alte Ruinen übriggeblieben, die zu besichtigen sind. Kaiser Konstantin Weliki nannte die Stadt: „Mein Rom“.

Im 5. – 6. Jahrhundert wurde die Stadt mehrmals von Hunnen, Gotten und anderen Stämmen überfallen. Nach dem Tode des Königs der Hunnen, Attila, entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen administrativen und wirtschaftlichen Zentrum des Byzantinischen Kaiserreichs. Im Jahre 809 wurde die Siedlung unter Herrschaft vom Chan Krum ein Teil Bulgariens. Zu dieser Zeit trug die Stadt den slawischen Namen „Sredez“, was Mitte bedeutet.

Seit dem Jahr 1018 war Bulgarien, darunter auch die Stadt Sredez, unter byzantinischer Herrschaft. Die Siedlung hieß „Triadiza“, was „zwischen den Bergen“ bedeutet. Im Norden liegt das Balkan Gebirge, im Süden das Witoscha Gebirge, im Südosten das Gebirge Losen, und im Südwesten das Gebirge Ljulin. Bulgarien bekam seine Unabhängigkeit und die Siedlung wurde wieder ein Teil davon, schon mit dem Namen „Sofia“. Den Namen bekam sie von dem Tempel Sweta Sofia, der noch heute erhalten geblieben ist.

Bis zum Jahre 1393, bevor Bulgarien unter osmanischem Joch fiel, erlebte die Stadt ein starker Zuwachs. Es wurden schöne öffentliche Gebäude und Kirchen errichtet. Die berühmteste davon ist die Bojana Kirche, die sich im Fuße des Gebirges Witoscha befindet.

In Papieren der osmanischen Eroberer wurde die Stadt als wunderschön beschrieben. Das störte sie jedoch nicht sie gründlich zu ändern. Die christlichen Tempel wurden zerstört, die Gebäude in Moscheen, Bäder und Märkte umgewandelt. Im Stadtzentrum kann man die Banja-Baschi-Moschee, gegenüber der Markthalle Halite sehen.

Sofia hat eine gute Lage auf der Balkanhalbinsel. Hier kreuzen sich wichtige Handelswege aus verschiedenen Richtungen. Deswegen erhielt die Stadt die Bedeutung eines Handwerks- und Handelszentrums.

Sofia in der Moderne

Am 4. Januar 1878 wurde die Stadt Sofia von der osmanischen Herrschaft befreit. Damals betrug die Einwohnerzahl gerade einmal ca. 12 000. Wegen der günstigen strategischen Lage jedoch wurde Sofia am 3. April 1879 zur Hauptstadt Bulgariens verkündet. Am 3. April 2009 feiert man die 130-jährige erfolgreiche Entwicklung von Sofia als Hauptstadt Bulgariens. Der Tag von Sofia ist mit dem Namen von Sweta Sofia und ihre Töchter Wjara, Nadezda und Ljubov verbunden und wird am 17. September gefeiert.

Allmählich entwickelte sich Sofia zu einer europäischen Stadt. Die Straßen wurden gepflastert, Schulen, Gärten und administrative Gebäude wurden errichtet. Die Stadt verfügte auch über ein Kanalisationssystem, Telegraph und Telefon. Am 1. Januar 1901 wurde die erste Straßenbahn in Betrieb gesetzt.Wirklich modern wurde Sofia in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts während der Herrschaft des Zaren Boris III. Sein Schloss ist heute in Gemäldegalerie und Ethnographisches Museum verwandelt und befindet sich am Platz Knjas Alexander Battenberg.

Im 2. Weltkrieg ist die Stadt teilweise von den Bombenangriffen zerstört worden. Nach dem 9. September 1944 wurde Bulgarien eine Volksrepublik. Die politischen Änderungen übten einen Einfluss auch auf das Aussehen der Stadt aus. Es wurden fast ähnliche dunkelfarbige Wohnblocks errichtet. Die Stadt wuchs weiter, neue Stadtviertel kamen hinzu: Mladost, Nadezhda, Ljulin u.a.