Sofia ist die Hauptstadt von Bulgarien und agiert als politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Landes. Die Regierung des Staates hat ihren Sitz in Sofia. Hier ist auch das bulgarische Parlament – die Volksversammlung.

In den letzten 130 Jahren kombiniert Sofia die Ausführung verschiedener administrativer Funktionen. Sie ist die Hauptstadt und das Zentrum der territorialen Einheiten des Landes. Hier sind alle Organe der staatlichen Macht konzentriert: Gesetzgebung, Exekutive und Rechtsprechung.

Gemäß der Verfassung des Landes ist Bulgarien eine parlamentarische Republik. Die Volksversammlung übt die gesetzgebende Macht aus. Der Präsident ist der Staatsoberhaupt und vertritt das Land in internationalen Beziehungen. Der Ministerrat, alle Ministerien und die dazugehörigen Komitees üben die exekutive Macht aus.

Präsident der Republik ist Rosen Plevneliev (seit 2012) und Ministerpräsident der Sozialistenführer Boyko Borisov (seit 2009). Beide gehören der Partei GERB an, der auch die Bürgermeisterin von Sofia angehört – GERB ist die dominante politische Kraft in Bulgarien.

In den vorangegangenen Parlamentswahlen am 25. Juni 2005 waren die Sozialisten als stärkste Partei hervorgegangen, gefolgt von der NDSW und der DPS. Die Versuche, eine neue Regierung zu bilden, waren gescheitert. Das Parlament billigte eine Mitte-Links-Koalition der bislang oppositionellen Sozialisten (BSP) mit der regierenden Nationalen Bewegung (NDSW) und der Türkenpartei (DPS).

Bis 2001 gab es in Bulgarien eine konservativ geführte ODS-Regierung unter Iwan Kostow. Die EU-Integration wurde wesentlich dadurch beschleunigt. Sie stellte umfängliche Kooperation mit internationalen Institutionen her, senkte die Inflation und stabilisierte die Wirtschaftslage. Der NATO- und EU-Beitritt wurden in dieser Zeit veranlasst. Präsident zu dieser Zeit war der Demokrat Petar Stojanow.

Der EU-Beitritt Bulgariens erfolgte dann am 1. Januar 2007. Obwoh ODS diesen wichtigen Schritt vorbereitet hat, stand sie zu der Zeit im Hintergrund. Führende Parteien waren die Sozialisten, die Nationale Bewegung und die Türkenpartei, die sich zu dem Zweck miteinander versöhnten.

In Sofia befinden sich und sind zwei Gebietsverwaltungen tätig: Das Gebiet Sofia-Stadt und das Sofioter Gebiet. Das Gebiet Sofia-Stadt ist mit der kleinsten Fläche – 1310,8 m2. Damit nimmt es kaum 1,18% von dem Territorium des Landes ein. Das Gebiet umfasst 4 Städte: Die Hauptsadt Sofia, die größte Stadt Bulgariens und drei kleine Städte – Nowi Iskar, Bankja und Buchowo.

Jahrzehntelang war der Begriff „Wohnsitz“ und vor allem „Sofioter Wohnsitz“ besonders populär. Grund dazu war die Tatsache, dass fast ein halbes Jahrhundert sein Erwerb begrenzt gewesen ist. Bis zum 2. Weltkrieg existierte dieses Problem nicht. Die Ansiedlung in der Hauptstadt wurde im Juli 1942 mit einer Verordnung über die Verhinderung einer Wohnungskrise in Sofia eingeschränkt. Heute ist diese Verordnung nicht mehr gültig. Jeder, der in der Hauptstadt wohnt und arbeitet, kann auch einen „Sofioter Wohnsitz“ erhalten.