Das Witoschagebirge ist ein beliebtes Ausflugsziel nicht nur für Sofioter, sondern auch für nach oder durch die Hauptstadt Reisende. Grund dazu wäre die Tatsache, dass das Gebirge leicht zu erreichen ist. Sowohl mit dem Auto, als auch mit dem Bus ist man in weniger als einer Stunde am Fuße des Gebirges. Von nun aus hat man in Abhängigkeit vom Zielort noch eine Viertelstunde bzw. eine halbe Stunde zu fahren.

Das Gebirge liegt südlich von Sofia. Witoscha ist 1934 zum Naturpark erklärt, der ca 27 000 Hektar und damit 90% des Gebirges umfasst.

Mit einem Auto fährt man vom NDK den Bulgaria Bouleward geradeaus Richtung Außenviertel Bojana. Nachdem man die Stadt verlassen hat, sind zwei Richtungen zu folgen. Man fährt entweder weiter und erreicht in ca. einer halben Stunde die Gegend Slatni Mostowe (Goldene Brücken). Oder man biegt nach links, Richtung Bojana Kirche und Außenviertel Dragalewzi.

Die Gegend Goldene Brücken ist mit 2 km Länge und 50 m Breite der längste Steinfluss. Steinflüsse sind langgestreckte Geröllfelder aus bis zu 4 Meter großen, rundgeschliffenen Felsen, die durch Verwitterung entstanden sind. Die Steinblöcke werden Moreni gennant.

Die Gegend ist als touristisches Zentrum populär und lockt viele Besucher an. Hier kann man das Auto abstellen und weiter zu Fuß gehen. Von hier aus sind mehreren Gebirgspfaden zu folgen, die eine schöne Wanderung durchs Gebirge anbieten. Zur Übernachtung stehen viele Berghütten zur Verfügung. Einige davon sind auch mit dem Auto zu erreichen. Man muss darauf achten, dass der Naturpark an Feiertagen an bestimmten Orten nicht mit einem Fahrzeug zu erreichen ist. Entweder mit dem öffentlichen Verkehr, oder teilweise mit dem Bus ins Gebirge hinein, teilweise zu Fuß.

Der Bus Nr. 61 fährt von Owtscha kupel direkt nach Slatnite mostowe ab. Sonst kann man die Straßenbahn Nr.5 vom Stadtzentrum zum Stadtviertel Knjazhevo nutzen. Knjazhevo ist nicht weit von Owtscha kupel entfernt. Von der Endstation der Straßenbahn fängt ein Gebirgspfad an, der nach Slatnite mostowe führt. Der Weg ist nicht sehr steil, ist jedoch lang. Es wäre besser nicht den Weg nach oben, sondern den Rückweg (von Slatnite mostowe nach Knjazhevo) zu Fuß zu gehen. Die Gegend ist wunderschön und eine Wanderung lohnt sich mit Sicherheit.

Nachdem man Slatnite mostowe erreicht hat, kann man sich ein bisschen ausruhen, bevor man weiter bzw. zurück geht. Es gibt mehrere Kneipen in der Umgebung, wo man warme Mahlzeiten bekommen kann. Und auch schöne Fotos von den Moreni machen.

Der weitere Weg führt nach oben oder nach unten, je nach Wunsch. Schilder mit den Namen der Berghütten und Gegenden geben den richtigen Hinweis. Wenn man von hier aus in Richtung Berghütte Kumata geht, kann man durch die Gegend Konjarnika in ca. 3,20 Stunden den Gipfel Tscherni Wrach erreichen. Das ist der Weg nach oben.

Der Weg nach unten führt zur Berghütte Momina skala, an dem Bojana Wasserfall vorbei, zu dem Außenviertel Bojana. Die Wanderung dauert ca. 3 Stunden. Selbstverständlich gibt es auch kürzere Pfade, die zu einer bestimmten Hütte führen. Da kann man sich ruhig auf den Rückweg machen und falls man müde ist, nicht zu Fuß gehen, sondern den Bus zur Stadt nehmen.

Der Wegsowohl nach oben, als auch nach unten ist in allen Jahreszeiten sehr angenehm. Im Herbst sind die Bäume bunt bemalt, Blätter in verschiedenen Farben bedecken den Pfad. Im Winter ist alles weiß und so ruhig, als wäre die Natur eingeschlafen. Hier im Gebirge könnte zu dieser Jahreszeit das Wetter besser als in der Stadt sein, das es über Sofia mehrmals Nebel gibt. Die Sonnenstrahlen glänzen und glitzern auf den weißen Schnee und schaffen ein wunderschönes Bild. Außerdem kann man immer damit rechnen, dass man warmen Tee und Essen in einer Berghütte bekommt. Und diese sind nicht sehr voneinander entfernt. Die gibt es fast überall.

Im Sommer kann man hier im Gebirge die frische kühle Luft genießen. Da es in der Stadt sehr heiß ist, muss man immer warme Kleidung mithaben, um gut für das Gebirge vorbereitet zu sein.

Der Rückweg zu Fuß geht entweder nach Knjazhevo, nach Bojana, oder nach Wladaja. Alle drei Orte sind Ausgangpunkte zum Gebirge und man kann sich auf den städtischen Verkehr verlassen.

Ein Tag reicht für eine richtige Wanderung im Witoschagebirge. Nach Wunsch kann man auch übernachten und einen guten Platz auch ohne Reservierung finden. Man muss es aber bis zu Mittag tun.